1010

 

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7. August 2009 / Freitag ab 19 h
Vernissage

Ausstellungsdauer 7.–28. August 2009

Ein kurzer Blick im Vorübergehen, Passanten bleiben stehen andere machen sofort ein Foto. Durchstreift man Hamburg ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß unvermittelt wie auch unvorbereitet den Cut Outs von tenten/1010 zu begegnen. Oft sind es exponierte Werbeflächen, Baustellenzäune oder symbolträchtige Rundbögen, welche einen sakralen Rahmen für die lebendig gewordenen Formen bilden, deren Geometrie bereits auf zwingende und ewige Gesetzmäßigkeiten zu verweisen scheint.

Der Ikonenmalerei verwandt wohnen wir konkreten Szenen von Unterdrückung, Bedrohung, Verlangen, Ausbeutung oder Flucht bei ohne dass es erläuternder Worte braucht. Zwar ist der Bezug zu religiösen Motiven und Themen deutlich, nur treffen wir keine fremden übernatürlichen Mächte in irdischer Gestalt an. Die Symbole selbst sind zum Leben erwacht und tyrannisieren ihre eigenen Schöpfer. Die Kritik geht also über die Gesellschaft betreffenden Zuständen hinaus, vielmehr verweist Sie auf Grundmuster, die seit Entstehung des menschlichen Bewusstseins präsent und bestimmend für den Gang der irdischen Geschicke sind. Wir haben es also mit vielmehr als Streetart zu tun, die sich das modische Kleid der Gesellschafts- oder Kapitalismuskritik übergestreift hat.

Zur Technik und dem woher:
Bevor 1010 zur Streetart kam beschäftigte er sich schon mehrere Jahre mit Graffiti. 1993/1994 entstanden seine ersten Werke. Seit Anfang des neuen Jahrtausends hat er sich ganz der Streetart verschrieben. Anfangs bestanden seine Binärcode Männchen aus altem Zeitungspapier. Lediglich die Gliedmaßen seiner Männchen wurden von dem Künstler dazu gemalt. Inzwischen arbeitet 1010 mit weiteren Figuren, wie beispielsweise dem Dreiecksmann, dem Vogelwurm und den Fabriken. Diese oft mehrere Meter großen Arbeiten collagiert er aus Pack- und Geschenkpapier. 1010s Hauptthematik ist die Idee, dass alle Menschen in seiner Umwelt, sich Strukturen hineinwachsen und so sehr darin verfangen sind, dass es nahezu unmöglich ist dies zu reflektieren.

Es wird neben all diesem auch eine Videoinstallation geben.

www.flickr.com/nakedape

 

 

 

 

 

 

Fotos: Christa Marek